unesco aktuell 6/2001

Bern, 30. Oktober 2001

Pressemitteilung

„Rassismus - warum?“ und „Internationale Wasserteilung“

„Rassismus - warum?“ und „Internationale Wasserteilung - Konfliktherd und Friedens-
chance“ lauten die Themen der eben erschienenen Doppelausgabe Nr. 9/10-2001 des UNESCO-Kuriers, der illustrierten Monatszeitschrift der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation - UNESCO.

Der institutionelle Rassismus als letzte Verkörperung des Mythos von der Minderwertigkeit gewisser «Rassen» ist zwar mit dem Ende des Apartheidsystems vom Erdboden verschwunden, doch sein Erbe lebt im alltäglichen Verhalten und im Denken vieler Menschen weiter. Die heutigen Opfer einer «versteckten Apartheid» werden nicht mehr im Namen einer ihnen unterstellten biologischen «Minderwertigkeit» diskriminiert, sondern auf Grund religiöser Traditionen oder aber politischer und wirtschaftlicher Instabilität. Zu ihnen gehören die Farbigen in Lateinamerika wie die «unteren Kasten» auf dem indischen Subkontinent, aber auch die Opfer der fremdenfeindlichen Wellen im südlichen Afrika.

Weitere Beiträge: 11. September 2001: Nachdenken über das Undenkbare. Krieg, Zivilisation und Islamismus - die unheilvolle Kombination dieser Begriffe, die seit den Terrorattentaten in den USA immer wieder ins Spiel gebracht wird, verhindert jede wirkliche Reflexion. Wie nach dem Zweiten Weltkrieg muss die Grundsatzfrage gestellt werden, wie ein friedliches Zusammenleben gleichberechtigter Zivilisationen künftig möglich sein soll. Mehr als die reine Wahrheit. Die Wahrheits- und Versöhnungs-
kommissionen auf allen Kontinenten lösen oft einen Prozess der Trauer und Wieder-
gutmachung aus. Ein generelles Muster dafür gibt es nicht, und solche Kommissionen sind auch nicht die einzige Möglichkeit, sich mit den Verbrechen aus der Vergangenheit auseinander zu setzen. Den tödlichen Hass begraben. Sechs Jahr nach dem Kriegsende wachsen die Kinder in Bosnien noch immer in einer von ethnisch begründeten Hassgefühlen geprägten Umgebung auf. Neue Konflikte auf dem Balkan drohen, wenn die jüngere Geschichte nicht gemeinsam und ohne Schuldzuweisung an die Gegenseite aufgearbeitet wird. Interview mit Adam Michnik. Der frühere polnische Regimekritiker und heutige Herausgeber der führenden Tageszeitung seines Landes belebt seit 1968 die Debatten in seinem Land. Wie sieht er die demokratische Ordnung Europas nach dem Fall des Sowjetimperiums?

„Internationale Wasserteilung - Konfliktherd und Friedenschance“ (Oktoberteil):

Die Wasservorräte auf dem blauen Planeten verknappen sich bedrohlich. Wird man in der Zukunft um Wasser Kriege führen, wie man es um Erdöl getan hat? Der einzige bisher geschichtlich bekannte Krieg um Wasser fand allerdings vor rund 4500 Jahren statt.

Den Staatsführern im Mittleren Osten bleibt keine andere Wahl, als mit ihren Nachbarn bei Wasserproblemen zusammenzuarbeiten. So treffen sich trotz aller momentanen Feindseligkeiten Palästinenser und Israelis weiterhin oft im Stillen, um die Wasserversorgung im Westjordanland sicherzustellen und die Gespräche über die Verteilung regionaler Ressourcen am Leben zu erhalten.

            Die großen Flüsse der Erde von der Donau bis zum Nil haben immer wieder als Faustpfand gedient, heute bemühen sich die Verantwortlichen in Ägypten und Äthiopien ebenso wie jene in den zentralasiatischen Republiken, die Wasserführung großer Flüsse zum gegenseitigen Nutzen zu verhandeln, etwa bei Bewässerungsprojekten oder beim Bau von Staudämmen..

Lexikonteil UNESCO-Welterbe: Arabisches Oryx-Schutzgebiet (Oman), Königliche Saline von Arc-et-Senans (Frankreich), Römische und mittelalterliche Baudenkmäler von Arles (Frankreich), Traditionelle Bauten von Ashanti (Ghana).

Der UNESCO-Kurier, die illustrierte Monatszeitschrift der UNESCO, versammelt Beiträge von internationalen Wissenschaftlern, Schriftstellern und Fachjournalisten. Sie gehen aktuellen umwelt- und entwicklungspolitischen sowie kulturellen Themen nach. Fotoreportagen informieren über das Leben der Menschen in fremden Ländern. Prominente Vertreter aus Wissenschaft, Kultur oder Politik stellen sich im Interview wichtigen Fragen der Zeit. Das Themenspektrum deckt alle Arbeitsbereiche der UNESCO ab. Hintergrundartikel von führenden Experten verschaffen dem Leser Einblicke in unterschiedliche Forschungsfelder und dank des breiten Kreises von Autoren unterschiedlicher Disziplinen und Herkunftsländer - interdisziplinäre und internationale Perspektiven. Der UNESCO-Kurier öffnet dem Leser ein Fenster zur Welt und bietet allen, die an der Arbeit der UNESCO interessiert sind, eine abwechslungsreiche, spannende und umfassende Lektüre. Der Kurier erscheint weltweit in 28 Sprachen.
Die deutsche Ausgabe, die gemeinsam von den UNESCO-Kommissionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz getragen wird, erscheint alle zwei Monate in Doppelausgaben.

Bezugsadresse für ein kostenloses Presseexemplar:
Verlag Freemedia, Holligenstr. 33, Postfach, CH-3000 Bern 21;
Telefon (+41) (0) 31 382 47 39; Fax (+41) (0) 31 382 51 54; E-Mail: freemedia@freemedia.ch.
Internet: http://www.unesco.ch/unescokurier.



UNESCO aktuell (UA), Pressedienste der Deutschen, Österreichischen und

Nationalen Schweizerischen UNESCO-Kommission, Redaktion: Dieter Offenhäußer,

Deutsche UNESCO-Kommission, Telefon 0049 (0) 228 60497-11

Deutsche UNESCO-Kommission, Colmantstraße 15, D - 53115 Bonn, Telefon 0049 (0) 228 60497-0 §

Fax 0049 (0) 228 60497-30 § Internet: http://www.unesco.de

Österreichische UNESCO-Kommission, Mentergasse 11, A - 1070 Wien, Telefon 0043 (1) 523 6421 §

Fax 0043 (1) 526 130120 § Internet: http://www.unesco.at

Nationale Schweizerische UNESCO-Kommission, Bundesgasse 32, CH - 3003 Bern,

Telefon 0041 (0) 31 3241067 § Fax 0041 (0) 31 3241070

Erscheint nach Bedarf.  Bezug und Abdruck frei.  Quellenangabe: UNESCO.  Belegexemplar erbeten.