unesco aktuell 1/2002

Bern, 23. Januar 2002

Pressemitteilung

Neuer Kurier der UNESCO

UNESCO ändert Informationsstrategie:
UNESCO-Kurier und Sources werden eingestellt –
Neuer „Kurier“ ab Mai 2002

Im Zuge ihrer Programm- und Strukturreform hat die UNESCO die Zeitschriften „UNESCO-Kurier“ und „UNESCO Sources“ zum Jahresende 2001 eingestellt. Ab Mai 2002 wird die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation stattdessen ein neu konzipiertes kostenloses Magazin herausgeben, das über die aktuelle Arbeit der UNESCO informiert. Dieser neue „Kurier“ erscheint halbjährlich in den sechs UN-Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Chinesisch und Russisch. An die Stelle der mit hohem Kostenaufwand erstellten monatlichen Printmedien (UNESCO-Kurier und unesco sources) treten flexiblere Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der neuen Informationsstrategie ist es, die Präsenz der UNESCO in der Öffentlichkeit zu stärken und z. B. Jugendliche verstärkt anzusprechen.

Die Fortführung des UNESCO-Kuriers als Monatszeitschrift in 28 Sprachen würde der UNESCO Kosten in Höhe von rund 3 Millionen EURO pro Jahr verursachen. Dieser Betrag steht trotz eines Appells von UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura an die Mitgliedstaaten leider nicht zur Verfügung.

Die Regierungen der Mitgliedstaaten haben aufgrund großer eigener Haushaltsprobleme beschlossen, das Budget der UNESCO bis auf weiteres auf dem Stand von 2001 einzufrieren, die Ausgaben für das UNESCO-Programm aber nicht zu kürzen. Die UNESCO erhält zur Erfüllung ihrer welt­weiten Aufgaben pro Jahr Beiträge ihrer Mitgliedstaaten in der Höhe von rund 275 Millionen EURO. UNESCO-Generaldirektor Koïchiro Matsuura hat die Suche nach privatwirtschaftlichen Kooperationspartnern zur fachlichen und finanziellen Beteiligung an UNESCO-Projekten als eines der vordringlichen Ziele der nächsten Jahre erklärt.

Die UNESCO hat innerhalb der UN-Sonderorganisationen das umfangreichste Programmspektrum. Die neuen Prioritäten der UNESCO-Programme sind Alphabetisierung und Grundbildung, Erhaltung des Kulturerbes und der Trinkwasservorräte, Verbreitung der neuen Kommunikations­technologien, Armutsbekämpfung sowie Förderung des internationalen Kulturdialoges.

Die letzte Doppelausgabe des UNESCO-Kuriers (11-12/2001) erscheint zu den Themen „Akademische Freiheit in Gefahr“ und „Dialog zwischen den Kulturen, ein Rückblick auf 42 Jahre UNESCO-Kurier“.

„Akademische Freiheit in Gefahr“ (Novemberteil)

Seit die ersten Universitäten vor über 800 Jahren entstanden sind, kämpfen Intellektuelle für ihr Recht, Erkenntnisse ohne äußeren Zwang zu erwerben und vorhandenes Wissen in Frage zu stellen. Das Privileg der akademischen Freiheit steht heute wieder im Mittelpunkt vieler Diskussionen.

Akademische Rechte werden vielerorts verletzt, u.a. auch deshalb, weil die Universitäten vor finanziellen Problemen stehen und private Geldmittel suchen müssen. Solche Finanzierungen ermöglichen zwar kurzfristige Forschungsprojekte, doch geschieht dies oft auf Kosten der Grundlagenforschung und der Humanwissenschaften. Gleichzeitig behindern strengere Bestimmungen zum Schutz des geistigen Eigentums den Wissenszugang, den die Revolution der Informatik doch eigentlich erleichtern müsste.

In anderen Weltregionen werden Intellektuelle im Namen religiöser oder ethnischer Orthodoxien bedrängt. Viele Forscher sind inhaftiert oder sehen sich einer diffusen Feindseligkeit der Bevölkerung oder der Bürokratie gegenüber, wie etwa jene russischen Historiker, die Licht in die dunklen Jahre der Sowjetära bringen wollen.

Weitere Beiträge: Afghanische Frauen: Widerstand durch Bildung. Fotos: Antoinette de Jong; Text: Chekeba Hachemi. Utopie Jerusalem. Doppelporträt einer Stadt aus der Sicht zweier Prominenter: des jüdischen Schriftstellers André Chouraqui und des arabischen Rektors der Al-Quds-Universität, Sari Nusseibeh.

UNESCO-Welterbe: Kirchen des Königreichs Asturien (Spanien), Berg Athos (Griechenland), Gedenkstätte Auschwitz (Polen).

„Dialog zwischen den Kulturen“ (Dezemberheft)

Zwischen 1960 und 2001 wurden im UNESCO-Kurier über 10 000 Beiträge zu den Themen Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation veröffentlicht. Das letzte Heft bietet einen kurzen und ausgewogenen Rückblick auf dieses umfangreiche Schaffen. Thematische Klammer ist hierbei der „Dialog zwischen den Kulturen“, der in den letzten Monaten zu einem drängenden Anliegen geworden ist. Nach einem utopisch-programmatischen Text des ersten UNESCO-Generaldirektors, Julian Huxley, empfangen wir „Botschaften aus der Traumzeit“ über die Kunst der Ureinwohner Australiens, um schliesslich einem der Glanzlichter der UNESCO-Arbeit, der Rettung der ägyptischen Altertümer in Abu Simbel, beizuwohnen. Gleichzeitig lässt das Heft mit rund einem Duzend weiteren Beiträgen das gleichnamige UNO-Jahr 2001 ausklingen.

Bezugsadresse für ein kostenloses Presseexemplar:
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